Industrieroboter im Mittelstand – Sparmaßnahme oder Kostenfalle?

von Roman Kurowiak, 22. August 2005

Aus der modernen Automobilproduktion sind Roboter und Robotersimulation nicht mehr wegzudenken. Immer dort, wo die Automatisierung mit individuell konstruierten Lösungen zu kostenintensiv ist, werden Industrieroboter eingesetzt. Mit geeigneter Robotersimulation im Vorfeld, können effiziente, flexible und kostengünstige Lösungen entworfen werden, die einen optimalen Fertigungsprozess ermöglichen. Was in Großkonzernen bereits Alltagsgeschäft ist, kann aber auch für mittelständische Produktionsunternehmen sinnvoll sein. Woran kann man erkennen, ob die eigene Produktion durch den Einsatz von Industrierobotern profitieren kann?

Der Einsatz eines Industrieroboters kann auch für mittelständische Produktionsunternehmen sinnvoll sein. Immer dort, wo Mitarbeiter eintönige Arbeiten ausführen, kann ein Roboter zu höherer Effizienz führen, bspw. durch den Wegfall von Pausenzeiten. Häufig können Roboter so eingesetzt werden, dass sie gleich die Aufgaben mehrerer Werker übernehmen, so dass der Anschaffungspreis und Wartung deutlich kostengünstiger sind als entsprechende Lohnkosten.

Ein weiterer Vorteil entsteht beim Einsatz von Robotern für gesundheitsgefährdende Arbeiten. Allein der Wegfall des unternehmerischen Risikos von Arbeitsunfällen oder entsprechenden Versicherungen kann die Investition in einen Industrieroboter für derartige Aufgaben häufig rechtfertigen. Ähnliche Vorteile entstehen bei komplexen Aufgaben, die gleichzeitig erfolgskritisch für die Produktionsqualität sind, denn Roboter arbeiten jederzeit in verlässlicher und gleichbleibender Qualität.

Ob die Investition in einen Roboter zur Automatisierung sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab. In jedem Fall ist eine individuelle Beratung durch Roboter-Spezialisten sinnvoll, um das tatsächliche Potenzial einer Anlagenoptimierung herauszufinden. Besonders im Mittelstand sind häufig Produktionsanlagen zu finden, die durch eine Optimierung deutlich in ihrer Leistung gesteigert werden können. Die Gründe sind häufig darin zu sehen, dass mittelständische Unternehmer vor Investitionen in Optimierung oder eine Potenzialanalyse zurückschrecken, weil die Kosten einer solchen Anlagenoptimierung von vorn herein zu hoch eingeschätzt werden. Oft wird die Notwendigkeit auch schlicht nicht erkannt, weil die bestehende Anlage funktioniert und der Bedarf nach erhöhter Ausbringungsmenge nicht im Vordergrund steht.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass eine Potenzialanalyse für die meisten Produktionsfirmen im Mittelstand sinnvoll ist. Ob der Einsatz eines Roboters oder andere Automatisierungen / Optimierungen vorteilhaft sind, kann nur im Rahmen einer individuellen Beratung durch erfahrene Fachleute erkannt werden. In jedem Fall sollte eine solche Analyse vorgenommen werden, wenn eine Erhöhung der Ausbringungsmenge durch Neuanlagen geplant ist, denn hier kann eine Optimierung in vielen Fällen bereits ausreichend und deutlich kostengünstiger sein.

item4